Dienstag, 6. Juni 2006
Sakrileg: Was wäre wenn...
asta, 03:55h
Mit Büchern ist das so eine Sache - entweder sie halten sich strikt an Fakten und werden nur von einer kleinen Zahl an interessierten Spezialisten gelesen, oder sie wollen hauptsächlich verkaufen und sammeln alles zusammen, was momentan angesagt ist.
Angesagt ist momentan vor allem eine wüste Mischung an Verschwörungen, alter Geschichte (möglichst aus dem Mittelalter), klaren Feindbildern und der großen Wahrheit, die selbstverständlich im Laufe der Geschichte unterdrückt und verfolgt wurde.
Dan Brown hat sich durch seine Bücher Illuminati und Sakrileg als Meister des Faches erwiesen.
Zugegeben: die großen Zusammenhänge seiner historischen, geschichtlichen und theologischen Darstellungen sind fast vollständig korrekt. Was er aber daraus zusammenmischt, bedient wenig mehr als den diffusen Hunger der Massen nach Enthüllungen und Sensationen.
Das Buch habe ich vor ungefähr zwei Jahren gelesen und fand es, na ja: nett und interessant, aber nicht weltbewegend. Gestern habe ich den Film gesehen, und ich bin positiv überrascht worden. Ein guter Thriller, spannend, teilweise sogar hintergründig, aber eben nicht mehr.
Was aber wäre, wenn er recht hat? Wenn also tatsächlich seit Jesus von Nazareth eine ununterbrochene Linie an direkten Nachkommen von "den wahren Gläubigen" versteckt, beschützt, behütet worden wäre als der berühmte Heilige Gral?
Ich frage mich ernsthaft, was sich für mich verändern würde. Ok: Jesus von Nazareth wäre also nichts weiter als ein Mensch, kein Gott. Die meisten Menschen, die ich kenne, sind ohnehin dieser Meinung. Wo liegt also der Skandal?
In der Tatsache, dass Millionen von Menschen seit 2000 Jahren bewusst getäuscht worden wären?
Ist das so? Oder ist die Christenheit von Anfang an dem Wunsch nach Transzendenz und Absolutheit aufgesessen? Haben die Päpste, Kardinäle und Geistlichen die christlichen Kirchen bewusst belogen und betrogen, unterdrückt und in die Irre geführt, oder sind sie ihrer eigenen Sehnsucht nach Sicherheit und "Erlösung" auf den Leim gegangen? Welche Konsequenzen hätte das alles?
Mich würde das nicht von der Notwendigkeit befreien, selbst zuzuhören, zu suchen und nachzufragen.
Von Dan Brown ist also keine Hilfe zu erwarten.
Viele Grüße
eure Asta
Angesagt ist momentan vor allem eine wüste Mischung an Verschwörungen, alter Geschichte (möglichst aus dem Mittelalter), klaren Feindbildern und der großen Wahrheit, die selbstverständlich im Laufe der Geschichte unterdrückt und verfolgt wurde.
Dan Brown hat sich durch seine Bücher Illuminati und Sakrileg als Meister des Faches erwiesen.
Zugegeben: die großen Zusammenhänge seiner historischen, geschichtlichen und theologischen Darstellungen sind fast vollständig korrekt. Was er aber daraus zusammenmischt, bedient wenig mehr als den diffusen Hunger der Massen nach Enthüllungen und Sensationen.
Das Buch habe ich vor ungefähr zwei Jahren gelesen und fand es, na ja: nett und interessant, aber nicht weltbewegend. Gestern habe ich den Film gesehen, und ich bin positiv überrascht worden. Ein guter Thriller, spannend, teilweise sogar hintergründig, aber eben nicht mehr.
Was aber wäre, wenn er recht hat? Wenn also tatsächlich seit Jesus von Nazareth eine ununterbrochene Linie an direkten Nachkommen von "den wahren Gläubigen" versteckt, beschützt, behütet worden wäre als der berühmte Heilige Gral?
Ich frage mich ernsthaft, was sich für mich verändern würde. Ok: Jesus von Nazareth wäre also nichts weiter als ein Mensch, kein Gott. Die meisten Menschen, die ich kenne, sind ohnehin dieser Meinung. Wo liegt also der Skandal?
In der Tatsache, dass Millionen von Menschen seit 2000 Jahren bewusst getäuscht worden wären?
Ist das so? Oder ist die Christenheit von Anfang an dem Wunsch nach Transzendenz und Absolutheit aufgesessen? Haben die Päpste, Kardinäle und Geistlichen die christlichen Kirchen bewusst belogen und betrogen, unterdrückt und in die Irre geführt, oder sind sie ihrer eigenen Sehnsucht nach Sicherheit und "Erlösung" auf den Leim gegangen? Welche Konsequenzen hätte das alles?
Mich würde das nicht von der Notwendigkeit befreien, selbst zuzuhören, zu suchen und nachzufragen.
Von Dan Brown ist also keine Hilfe zu erwarten.
Viele Grüße
eure Asta
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